
Landtagspräsident Torsten Geerds
Die schleswig-holsteinische Demokratiegeschichte, aktuelle Themen der Landespolitik und politische Bildung für Jugendliche – das sind die inhaltlichen Schwerpunkte der Landeszentrale für politische Bildung, die seit Jahresbeginn beim Landtag angesiedelt ist. Das neue Konzept der Einrichtung wurde kurz vor der Sommerpause bei einem Diskussionsforum mit gut 40 Vertretern von Vereinen und Institutionen der politischen Bildung vorgestellt. Landtagspräsident Torsten Geerdts zeigte sich in seinem Grußwort überzeugt davon, „dass wir ein gutes Modell entwickeln, um die Landeszentrale zu einem zentralen Dienstleister der politischen Bildung in Schleswig-Holstein machen zu können.“ Zugleich unterstützt er die Initiative der um zwei Stellen reduzierten Landeszentrale, ein offenes Netzwerk politische Bildung Schleswig-Holstein zu etablieren. Denn, so Geerdts: „Auch die politische Bildung braucht öffentliche Aufmerksamkeit und muss sich als Lobby formieren. Wenn die Landeszentrale für politische Bildung hierzu ein entscheidendes Stück beitragen kann, dann ist das genau das, was wir mit dem Parlamentsbeschluss erreichen möchten.“ Landtagsdirektor Prof. Dr. Utz

Prof. Dr. Utz Schliesky
Schliesky ergänzte: „Der Landtag ist genau der richtige Ort für politische Bildung.“ Schließlich sei hier ein breites demokratisches Spektrum von Parteien vertreten. Zudem sei Öffentlichkeitsarbeit des Landtages von jeher auf Überparteilichkeit angelegt.

Dr. Bernd Hübinger
Gastredner des Diskussionsforums war der stellvertretende Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Dr. Bernd Hübinger. Er beschrieb in seinem Vortrag mit fünf Kernthesen die aktuellen Herausforderungen der politischen Bildung:

Annette Wiese-Krukowska
An diese Thesen wird die Landeszentrale bei ihrer künftigen Arbeit anknüpfen und sie im Netzwerk mit anderen schleswig-holsteinischen Anbietern der politischen Bildung konkretisieren. Das betonte die Leiterin der Landeszentrale, Annette Wiese-Krukowska. Konkret verabredet wurden Seminare für Multiplikatoren zu den Themen Fundraising und politische Bildung im Web 2.0. Außerdem wird auf der neuen Internetseite der Landeszentrale unter www.politische-bildung-sh.de ein gemeinsamer Veranstaltungskalender eingerichtet. „Wir wollen die Internetseite zu einer Plattform der politischen Bildung in Schleswig-Holstein ausbauen. Und wir werden verstärkt eigene Veröffentlichungen mit landespolitischem Bezug anbieten“, sagte die Leiterin der Landeszentrale weiter. Drei davon sind bereits im Angebot: ein Hintergrundheft zum neuen Landeswahlrecht, ein Verzeichnis von Einrichtungen und Initiativen der politischen Bildung im Lande und ganz aktuell die Landesverfassung im Miniformat. In Arbeit ist eine demokratiegeschichtliche Landeskunde, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeit- und Regionalgeschichte der Universität Flensburg herausgegeben wird. Gemeinsam mit dem Offenen Kanal wird außerdem eine Mediathek politische Bildung aufgebaut. Nach den Sommerferien geht dann ein Schülerwettbewerb mit dem Thema „Schleswig-Holstein – Mosaik der Kulturen“ an den Start. Ein Planspiel „So geht Landtag“ für Schülerinnen und Schüler ist für Februar 2012 in Vorbereitung.