Landeszentrale für politische Bildung dockt beim Landtag an

03.03.2011

Die Landeszentrale für politische Bildung ist zum Jahresbeginn von der Landesregierung zum Landtag übergesiedelt und bildet hier eine unab­hängige und überparteiliche Stabsstelle. Die Neustrukturierung wurde im Dezember vom Plenum einstimmig beschlossen, nachdem zuvor eine im Finanzausschuss erarbeitete Beschlussvorlage im Rahmen des Dop­pelhaushaltes 2011/2012 gebilligt worden war.

Geleitet wird die Landeszentrale für politische Bildung fortan von der 49jährigen Politikwissenschaftlerin Annette Wiese-Krukowska, die seit fast zwölf Jahren das Referat für Öffentlichkeitsarbeit führt. Von dieser Personalunion erwartet sich das Parlament vielfältige Synergieeffekte. Schon in den vergangenen Jahren hatte sich eine immer stärkere Zu­sammenarbeit zwischen Landeszentrale und Landtag ergeben, etwa bei der Lesereihe „Politische Literatur im Landtag“ oder der jährlichen Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus.

Derzeit wird an einem Konzept gefeilt, um die Arbeit der um zwei Stellen reduzierten Landeszentrale neu auszurichten. „Wir werden den landeskundlichen Schwerpunkt der politischen Bildungsarbeit wieder stärker betonen und die Ausrichtung auf jugendliche Zielgruppen verbessern“, betont die neue Leiterin. Zudem soll die Landeszentrale eine stärker koordinierende Funktion in einem Netzwerk der politischen Bildung übernehmen. Dies entspreche auch dem Wunsch vieler Akteure in Bildungsstätten, Vereinen und Verbänden, so Wiese-Krukowska.

Zunächst gilt es, die Zusammenarbeit mit dem Landtag räumlich und technisch eng zu verknüpfen. Vorgesehen ist ein Umzug der Landeszentrale mit den verbliebenen vier Mitarbeitern in die Nähe des Landeshauses. Auch ein neuer Internetauftritt wird vorbereitet. Über die Fortschritte der Umstrukturierung wird regelmäßig im Bildungsausschuss berichtet.

Die Berufung eines Kuratoriums, das aus Bildungspolitikern aller Fraktionen und Vertretern von gesellschaftlichen Institutionen und Verbänden bestehen soll, wird ebenfalls vorbereitet.
Landtagspräsident Torsten Geerdts, der den Vorsitz des Kuratoriums übernehmen wird, ist optimistisch, dass die Arbeit der Landeszentrale für politische Bildung beim Landtag erfolgreich sein wird: „Wir beschreiten einen bundesweit einmaligen Weg. Ich bin überzeugt davon, dass er Modellcharakter haben wird. Wir werden für die politische Bildungsarbeit in Schleswig-Holstein wichtige neue Impulse setzen.“