Der neue Leiter der Landeszentrale stellt sich vor

03.06.2014

Heiko VosgerauLiebe Freunde der politischen Bildung in Schleswig-Holstein,

seit dem 1. Juni bin ich der neue Leiter der Landeszentrale für politische Bildung.

Erlauben Sie mir, mich zunächst kurz vorzustellen: Jahrgang 1968, aufgewachsen in Eckernförde, Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, der Politischen Wissenschaft und des Öffentlichen Rechts an der CAU Kiel; Magister-Examen 1994. Seit 1998 bin ich hauptberuflich in der politischen Erwachsenenbildung tätig, zunächst in der Bildungsstätte Zündholzfabrik in Lauenburg, seit 2001 als Leiter des Regionalbüros Lübeck der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Ich bin verheiratet und habe eine Tochter.

Mehr als ein Jahrzehnt lang habe ich als Leiter einer Einrichtung, die zum Netzwerk der politischen Bildung in Schleswig-Holstein gehört, die Metamorphosen der Landeszentrale erst zum Landesbetrieb und schließlich zur beim Landtag angesiedelten wichtigsten Koordinationsinstanz der politischen Bildung in unserem Bundesland verfolgt. Um so mehr freue ich mich, jetzt die Zusammenarbeit mit den Trägern der politischen Erwachsenenbildung in unserem Bundesland fortzusetzen und zugleich die Arbeit der Landeszentrale mit neuen Akzenten zu versehen. In diesem Zusammenhang gilt mein Dank meiner Vorgängerin Annette Wiese-Krukowska und Dr. Klaus Kellmann, der die Landeszentrale in den letzten zehn Monaten kommissarisch geleitet hat. Sie haben an der Spitze eines kleinen, aber hochmotivierten Teams eine tragfähige Grundlage für die Bildungsarbeit der Landeszentrale geschaffen, auf der wir alle gemeinsam aufbauen können.

Dass Demokratie, Rechtsstaat, Grund- und Bürgerrechte keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder  wenn nicht erstritten, so doch zumindest stets aufs Neue begründet werden müssen, ist keine originelle Erkenntnis; gleichwohl ist sie zutreffend. Ich persönlich habe während eines zweijährigen Aufenthalts in Ägypten zwischen 2011 und 2013 erlebt, wie die Blütenträume der Demokratisierung nicht zuletzt am abgrundtiefen Misstrauen, dass  zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen herrschte, gescheitert sind. In einer desintegrierten Gesellschaft hat die Demokratie keine Chance.

Politischer Streit, solange er auf sachlicher Grundlage und mit gegenseitigem menschlichem Respekt ausgetragen wird, stärkt dagegen unser demokratisches Gemeinwesen. Vor einigen Wochen war ich zu Gast auf einer gemeinsamen Tagung der Deutschen Maritimen Akademie des Deutschen Marinebundes und der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten zum Wesen des Gedenkens und seiner konkreten Umsetzung in unserem Bundesland. Es war eindrucksvoll zu sehen, wie Akteure mit konträrem biografischen, institutionellen und politischen Hintergrund miteinander in der Sache gestritten haben. Und keineswegs wurde in allen Fragen ein Konsens erzielt. Aber allen Akteuren war am Ende der Tagung der Erkenntnisgewinn bewusst, den sich durch ihren persönlichen Meinungsaustausch erarbeitet hatten. Das war lebendige politische Bildung, die ihren Namen verdiente.

In diesem Sinne freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen allen

Ihr

Heiko Vosgerau